; Mittelalterliches Himmelbett

Die Herstellung eines hochmittelalterlichen Himmelbettes um 1200

 

Die Herstellung des Bettes ist sehr einfach gehalten und kann ohne Probleme zu Hause in der Hobbywerkstatt erfolgen. Natürlich wäre es etwas einfacher, wenn einem eine Schreinerwerkstatt zur Verfügung stehen würde – oder wenn jemand einen Schreiner kennt, der ihm in seine Werkstatt lässt um die Maschinen zu benützen. Vor allem der Platz in einer Schreinerwerkstatt kommt einem bei dem späteren Aufbau des Bettes zu gute.

Die Maße des Bettes wurden von mir so gewählt, dass bequem zwei Personen darin Schlafen können, das Bett aber dennoch nicht zu groß ausgefallen ist, damit es noch in mein Zelt passte. Natürlich kann das Bett den Wünschen (und vor allem den Platzverhältnissen) angepasst werden.

Die Grundgröße der Liegefläche wurde an eine vorhandene Schaumstoffmatratze mit den Maßen 200 x 130 cm angepasst. Diese Schaumstoffmatratzen (in der Regel 10 – 12 cm dick) werden vor allem bei Campingbussen verwendet. Man bekommt sie relativ Günstig im Internet oder in einem Schaumstoffgeschäft.

Große Einkaufsketten – aber auch einschlägige Geschäfte für Betten – bieten unter anderem auch ab und an Schaumstoffmatratzen der gängigen größe 200 x 140 cm zu günstigen Preisen an, die man auf jeden Fall auch benutzen kann.

Diese Schaumstoffmatratzen lassen sich leicht zusammenrollen und transportieren. Man liegt auch sehr gut auf ihnen.

Alternativ könnten richtige Reenactorsauch eine „authentische“ Matratze aus Leinen nähen, die mit Stroh gefüllt wird.

Hat man die Matratze (es wäre gut, sie zuerst zu besorgen, da sich die große des Bettes nach ihr richtet), geht es schon an das besorgen des Holzes.

Für das Holz eignet sich hervorragend Leimholz aus dem Baumarkt. Dieses gibt es in verschiedenen Stärken und Holzarten. Ich habe Fichte/Tanne benützt, da es am billigsten war, genügend stabil und auch zum Transport nicht zu schwer ist. Einziger Nachteil sind die ganzen Harzgallen. Man sollte beim Kauf darauf Acht geben, dass man Bretter kauft, die sehr wenig – wenn möglich keine – Harzgallen aufweisen.

Die einzelnen Bretter sind in der Tabelle 1: Einkaufsliste zu ersehen. Die vier Balken (Maße ebenfalls in der Liste enthalten) bekommt man ebenfalls im Baumarkt.2 m lange Balken erwiesen sich in meinem Fall als vollkommen ausreichend (Zelthöhe) aber man kann auch ohne weiteres längere Balken nehmen. Man sollte beim Kauf darauf achten, dass alle vier Balken gerade und nicht verdreht sind (man kann sich aus den ganzen Balken die vier schönsten aussuchen...)

Im Baumarkt kann man die einzelnen Bretter auch gleich zuschneiden lassen, sollte man nicht eine Kreissäge zu hause stehen haben oder einen Schreiner in der nähe, der einem die Bretter ablängt. (die entgültigen Maße sind aus Tabelle 2: Zuschnittmaße zu ersehen).

Hat man alle Bretter fertig abgelängt zu Hause beginnt die eigentliche Arbeit. Dazu brauchen wir eine Ständerbohrmaschine (wenn nicht vorhanden, geht es auch ohne, jedoch mit wesentlich mehr Schweiß...) eine Stichsäge (in den meisten Heimwerkerkellern zu Hause), Stechbeitel möglichst in der Größe 10 und 25 mm (breit) einen Holzschlägel (zur Not geht auch ein normaler Hammer) Schleifpapier der Körnung 80 und 240, einen Winkel, einen Meterstab und einen spitzen Bleistift. Ist alles vorhanden, können wir mit der Arbeit beginnen.

Eine Hobelbank / Arbeitstisch mit viel Platz oder eine Arbeitsbank ist natürlich sehr von Vorteil, zur Not geht es aber auch mit zwei Schargen (falls nicht vorhanden, ebenfalls im Baumarkt erhältlich – ist zwar sehr umständlich, aber wenn weiter nichts vorhanden ist...)

Wir beginnen nun mit dem Abplatten des Kopf und Fußteiles.

Die zwei Teile werden mit der Kante, die später zum Boden zeigt, zusammengelegt. Das Kopfteil ist ja breiter, da es später noch eine Wölbung nach oben bekommt. Die Breite des Fußteils wird dann am Kopfteil angezeichnet. Auf diese Linie müssen wir später mit der Wölbung kommen.

Beide Bretter werden nun mit einer Schraubklemme fixiert. Auf der unteren Kannte zeichnen wir nun ein kleines Dreieck, mit der Spitzte zum Kopfteil. Dies erleichtert und später das zusammenfinden der beiden Teile.

Wir übernehmen die Maße aus der Zeichnung und übertragen sie auf das Kopfteil / Fußteil (beide gleich) mit dem Meterstab und dem Winkel. Wir überprüfen zum Schluß noch einmal das lichte maß zwischen den beiden Linien. Dieses Maß muß unbedingt die Breite der Matratze haben, die später in das Bett kommt.

Wir lösen nun die beiden Bretter wieder voneinander und sägen die schraffierten Teile mit der Stichsäge weg. (dies machen wir einzeln, da die Stichsäge evtl. „verlaufen“ kann und somit ein Teil nicht mehr dem genauenMaß entsprechen kann...) Hilfreich ist es auch, die Teile, die Wegfallen, ebenfalls auf dem Holz zu schraffieren, damit man nicht aus versehen das falsche Stück absägt...

Da wir gerade die Stichsäge bei der Hand haben, können wir auch gleich die Rundungen des Kopf und Fußteiles, sowie der beiden Seitenteile aussägen.

Dazu nehmen wir die beiden Seitenteile zur Hand, markieren die Mitte des Brettes und messen jeweils von diesem Strich zu den enden hin je einen Meter (gesamt 2 m = die Länge der Matratze).

Von diesen Markierungen können wir nun 20 - 30 cm zur Mitte hin abmessen (bleibt jedem selbst überlassen – ich habe 30 cm stehen lassen) und markieren dies. Dann mit dem Meterstab von der Oberkante der Länge des Brettes einen Strich so tief, wie man das Brett ausschneiden möchte (auch hier ist das Maß jedem selbst überlassen – bei mir beträgt dies 4 cm).Am Fußteil machen wir die gleichen Markierungen / Striche. (siehe auch die Maße in der Zeichnung).

Mit einer Tasse oder etwas ähnlichem markieren wir nun die Rundungen zu den enden hin und schneiden an allen drei Teilen (Fußteil – linke und rechte Seite) aus.

Für das Kopfteil fertigen wir uns eine Schablone aus Karton an, auf der wir dann die geschwungenen Linien zunächst aufzeichnen. (natürlich sollte der Karton die Maße des Kopfteiles haben). Hier ist auch wieder der freien gestalterischen Fähigkeit freier lauf gelassen und jeder kann sein Kopfteil so gestalten wie er dies gerne möchte. Ganz besonders geschickte können dies auch mit Schnitzereien verzieren.

Am besten geht es, wenn man den Karton in der Mitte knickt und dann die Schweifung anbringt (dann wird es symmetrisch) Dann auf das Kopfteil übertragen und mit der Stichsäge ausschneiden.

Zu guter Letzt werden nun alle Kannten mit dem groben Schleifpapier abgerundet. Wer eine Oberfräse besitzt kann auch die benutzen und eine Rundung oder eine Fase anfräßen.

Nun wenden wir uns den vier Stützbalken zu.

Sie erfüllen gleichzeitig die Funktion der Füße und die Träger für den Himmel.

Dazu werden sie alle aneinander gelegt und wieder oben und unten mit einer Schraubzwinge verbunden.

Wir messen nun die Höhe, die wir später für die Füße brauchen, ab. Auch diese Höhe kann variieren, aber sie wurde von mir so gewählt, dass man ohne weiteres auf dem Bett sitzen kann. Das Maß kann man aus der Zeichnung ersehen.

Dieses Maß also auf die Balken übertragen und mit dem Winkel anzeichnen (auf alle vier gleichzeitig). Nun legen wir ein Seitenbrett darauf (ich gehe davon aus, dass beide Bretter gleich breit sind) und zeichnen die Breite des Brettes von der ersten Linie nach oben an (natürlich die breiterste stelle des Brettes und nicht dort, wo wir die Ausschweifung ausgeschnitten haben).

Mit dem Winkel überprüfen wir nochmals diese Linie und korrigieren sie ggf. noch (dabei darauf achten, lieber etwas mehr Platz zwischen den beiden Linien lassen, als zu wenig – etwas mehr stört später nicht weiter, aber bei zu wenig verkanntet sich das Seitenbrett und es wird sehr schwer, das Bett zusammen – bzw. ab zu bauen).

Da wir die Balken gerade zusammen haben, markieren wir auch gleich das obere Querbrett. Genauso wie das Seitenbrett, nur dass wir diesmal die Latte oben an der Oberkante der Balken anlegen und dann unterhalb einen Strich machen. Natürlich überprüfen wir auch diese Linie nochmals mit dem Winkel.

Nun können wir die Balken wieder auseinander machen und die Striche mit dem Winkel auf die Seiten ziehen (natürlich auch oben).

Nun Markieren wir Seitlich auf den Balken die Dicke der Seitenbretter und machen dort ebenfalls eine Linie. Wir überprüfen diese Linen, indem wir an alle Balken ein Seitenbrett anhalten, dass mit der Linie übereinstimmen muß. (diese Tiefe, die wir später ausplatten müssen, ist sehr wichtig und sollte mit der Dicke der Bretter übereinstimmen).

Am besten Markieren wir nun die vier Balken, indem wir sie durchnummerieren. Das Kopf und Fußteil ebenfalls nummerieren (auf der linken Seite des Kopfteiles beginnend im Uhrzeigersinn nummerieren).

Dann das Kopfteil mit der Abplattung auf den dazugehörigen Balken legen und das abgeplattete Stück, das ja nun schmäler ist als das bereits auf dem Balken markierte Seitenteil, markieren. Wieder mit dem Winkel überprüfen und auf allen Vier Seiten des Balkens übertragen (rundherum anzeichnen) dabei darauf achten, dass die Linie zum Schluß wieder auf die alte Linie trifft – wenn nicht, stimmt irgend etwas nicht!

Das gleiche machen wir mit der Latte, die später auf den oberen Abschluß der Balken kommt. Diese kommen in die Mitte der Balken (vorher genau anreißen) siehe Zeichnung und Bilder)

Haben wir alle Balken so markiert (natürlich mit den jeweiligen Teilen) geht es an die Ständerbohrmaschine. Wir spannen eine Bohrer ein, der in etwa die Dicke der Bretter hat (also in unserem Fall einen 18mm Holzbohrer – erhältlich ebenfalls im Baumarkt oder im Schreinerbedarf) und bohren nun die markierten Löcher aus.

Bei den oberen Langlöchern müssen wir vorsichtig bohren da ja der Schlitz bis nach außen führt – also lieber nicht zu weit an den oberen Rand des Balkens bohren.

Haben wir alle Balken gebohrt, dann müssen wir die Schlitze (die oberen über Kreuz und die unteren Längsschlitze) mit dem Stechbeitel bis an die Linien nacharbeiten. Für die oberen kann man auch eine Bandsäge oder Stichsäge verwenden. Bei dem unteren Schlitz hilft nur der Stechbeitel. Je sauberer wir dies erledigen, desto besser wird später das Kopf bzw. Fußteil halten. Zwischendurch bitte immer wieder das jeweilige Teil in das Loch stecken damit dies auch alles wunderbar passt (auch hier wieder lieber etwas lockerer, denn wenn es zu streng geht und das Holz auf einem Lager (vor allem bei Regen) wieder etwas aufgeht, dann kann es vorkommen, dass man das Bettnicht mehr auseinander bekommt... (alles schon vorgekommen ... grins).

Bei den Ausplattungen für die Seitenteile, die wir ja noch machen müssen, behelfen wir uns am besten wieder einer guten Kreissäge, deren Blatt in der Höhe verstellbar ist und einen guten, rechtwinkligen Anschlag hat. Hat man so eine gute Tischkreissäge nicht zur Hand (hab ich ehrlich gesagt auch keine) führt der Weg am besten wieder zum Schreiner. Falls man keinen hat, muß man wohl oder übel wieder zum Stemmeisen und Feinsäge greifen. Also mit Feinsäge am Strich entlang die Tiefe des Seitenbrettes am Balken einsägen und dann entlang des Längsrisses ausstemmen. Sollte man aber einen Schreiner zur Hand haben, die Kreissäge auf die Tiefe (Dicke des Brettes) einstellen und mit rechtwinkligem Anschlag so oft hin und her fahren, bis die gesamte Ausplattung weg ist... (Am besten den Schreiner machen lassen, der kennt sich damit aus).

Nun sollte das Seitenbrett in die Auspattung am Balken passen und mit dem Balken bündig abschließen. (auch hier wieder lieber ein wenig Luft lassen, damit es später nicht klemmt).

Die Seitenbretter legen wir nun hin und markieren darauf die Ausplattung. Dazu nehmen wir das Kopfteil / Fußteil und zeichnen die abgeschnittenen Teile von der Linie (die wir vorher angebracht haben, also jeweils ein Meter von der Mitte der Seitenbretter nach Außen) nach außen hin an. Danach verfahren wir so wie bei den Balken, also mit Bohrer vorbohren und danach ausstemmen.

Nun können wir das Bett schon provisorisch zusammenstecken und wir sehen ob es noch irgendwo zwickt und wir nacharbeiten müssen...

Wenn alles passt markieren wir mit einem kleinen Strich nun an den Kopf und Fußteile die aus den Balken herausragen.

Wir zerlegen nun wieder alles. An dem Kopf / Fußteil muss nun noch ein Loch für den Keil angefertigt werden. Wir nehmen dazu den kleinen Strich, den wir angebracht haben und gehen von ihm aus noch ca. 5 mm nach innen. Nach Außen zeichnen wir die Maße wie in der Zeichnung angegeben an.

Die Keile selbst können wir ebenfalls aus Fichte/Kiefer anfertigen, besser wäre es jedoch, wenn sie aus Hartholz (Buche, Eiche oder Esche) angefertigt wären. Dazu bitten wir am besten wieder einen Schreiner, der uns aus Abfallholz bestimmt gern vier Keile anfertigen kann. Wenn nicht, dann müssen wir sie nach Zeichnung selbst anfertigen und mit der Bandsäge / Stichsäge aus einem Stück Vollholz herausarbeiten.

Die Löcher im Kopf- bzw. Fußteil für die Keile werden nun so ausgearbeitet, dass die Keile gut über die hälfte (also über zwei drittel) hineingehen und die äußere Kante leicht Abgeschrägt ist (so wie der Keil auch, damit der Keil möglichst großflächig in dem Holz aufliegt). Dies geschieht am besten mit einer Feile.

Wenn alles gut passt, das Bett wieder zusammenbauen und die Keile in die Löcher stecken und vorsichtig verkeilen. Es müsste nun gut zusammenzubauen sein und auch schon ausreichend stabil stehen.

Nun fehlen nur noch die oberen Leisten. Die Ausplattungen über Kreuz an den Balken sind ja oben bereits vorhanden. Die Leisten, die wir zurechtgeschnitten haben, sollten nun streng in die Schlitze passen.

Die Leisten werden unten bei den Seitenteilen / Kopf und Fußteil angehalten und die Balkeninnen- und außenseite angerissen. Nun davon die Mitte anreißen und jeweils von der dieser Mittellinie nach außen die hälfte der Stärke der Latte anreißen (also in meinem Fall Lattendicke 18 mm die Hälfte davon 7,5 mm nach jeweils innen und außen anreißen).

Dann in der Breite auch die Hälfte anzeichnen, also wieder in meinem Fall35 mm.

Bei allen vier Leisten (also die beiden Langen Seitenleisten und die beiden Kopf und Fußleisten) gehen wir gleich vor.

Das so entstandene Rechteck wird wieder mit der Stichsäge (Bandsäge, falls vorhanden) ausgeklinkt und mit dem Stechbeitel nachgearbeitet. Die Leisten sollen relativ Streng ineinander passen.

Da die Leisten in allen Richtungen passen, muß man beim Ausklinken nicht aufpassen. Es ist nur wichtig, dass an einer Leiste die Ausklinkungen jeweils auf der gleichen Seite sind !!!

Nun können wir sie in die Ausklinkungen an den Enden der Balken stecken. Es ist nur darauf zu achten, dass die Ausklinkungen in den Leisten mit denen an den Balken übereinstimmen. Vermutlich gehen die Leisten streng und müssen vorsichtig mit der Hand hineingeklopft werden (dann ist es richtig) wenn sie hineinfallen, schlecht – dann wurde zuviel ausgeschnitten und wir müssen ein wenig Pfuschen, in dem wir mit einem Streifen Furnier oder Abfall den schlitz wieder Füllen.

Vorsicht beim Zusammenbau:

Also immer erst unten zusammenbauen – also Seitenteile in die Balken legen, Fuß / Kopfteil hineinstecken, verkeilen (vorsichtig nicht mit roher Gewalt !!) und dann erst die oberen Abschlussleisten hineinstecken.

Zum Schluss alle vier Keile gleichmäßig nochmals mit einem Gummihammer (oder auch Holzhammer) nachkeilen, bis das Bett richtig steht.

Jetzt fehlt nur noch der Lattenrost.

An die Seitenteile bringen wir im Abstand von 180 mm von Unten (dies richtet sich auch nach der jeweiligen Matratzendicke – bei mir mit einer Dicke der Matratze von 10 cm - bei Dickeren Matratzen also dementsprechend weniger oder aber die Matratze steht oben dann weiter über....) die Auflageleisten für den Lattenrost an.

Diese streichen wir mit ein wenig Leim ein und schrauben sie mit Spax fest (die Leisten natürlich vorher vorbohren) ganz „Authentische“ können sie auch nur mit Knochenleim festleimen – jedoch übernehme ich dann keinerlei gewähr für die Festigkeit (man sieht die Schrauben später ja auf keinen Fall mehr!)

Oder aber man stopselt sie mit einem Holzstopsel zu (dazu aber vorher mit einem 15 er Holzbohrer vorbohren, mit einem 4mm Bohrer durchbohren, schrauben eindrehen und mit einem 15mm Holzstopsel verschließen und verschleifen – die Holzstopsel bekommt man auch in jedem Baumarkt).

Den Lattenrost selbst kann man entweder in einem Bettengeschäft kaufen (Rolllattenrost) und auf die entsprechende breite abschneiden – oder aber (billiger !) man kauft sich die Latten (60 x 28 mm, 3 m lang) in einem Baumarkt, längt sie auf die Breite minus ein paar Millimeter ab. Dann verbindet man alle Latten mit einem Gewebeband (ebenfalls im Baumarkt erhältlich, 20 - 30 mm breit). Alle Latten legen wir auf den Boden. Für die Abstände der Latten fertigen wir uns zwei Klötzchen mit dem Abstand der Latten an, die wir jeweils zwischen die einzelnen Latten legen. Das Gewebeband legen wir nun von links und rechtsca. 200 mm von außen auf die Leisten und fixieren das ganze mit kleinen Schrauben oder Tackern es nur fest (es hat sich im rauen Lagerleben herauskristallisiert, dass Tackern allein bei mir nicht gehalten hat. Ich habe die Bänder zusätzlich noch schrauben müssen.

Am besten ist man bei dieser Arbeit zu zweit (einer hält das Band, der andere tackert oder schraubt...)

Ist alles fertig, den Lattenrost in das Bett auf die Leisten legen, und zwischen der ersten und zweiten und der vorletzten und letzten Leiste die kleinen Klötzchen klemmen, die wir vorher beim Zusammenbau gebraucht haben.

Zuerst schrauben wir mit je einer Schraube die oberen beiden Klötzchen an, dann mit etwas Spannung im Lattenrost, die unteren beiden.

Nun noch die Matratze hinein und fertig ist das Himmelbett...

Die bessere Hälfte am besten noch darum bitten, aus Leinen oder Wollstoff einen Himmel nebst Vorhängen zu nähen, das rundet das ganze ab und gibt dem Bett ein wunderbares äußeres.

Das Holz (wie alle Holzteile, Truhen, Essgeschirr und Löffel) wird bei mir prinzipiell mit Öl behandelt. Es geht aber auch Leinfirnes, Leinöl (richt etwas streng), aber auch Wachs in alle Variationen.

Am besten finde ich aber Olivenöl (in diesen Dimensionen wie das ganze Bett, geht aber auch jedes andere, billigere Öl.

Natürlich vorher alle Holzteile gut schleifen und vom Schleifstaub reinigen, dann einfach nur mit einem Lappen oder auch nur mit den Händen das Öl auftragen, die Teile ein paar Tage in die Ecke stellen und trocknen bzw. das Öl einziehen lassen.

Der einzige Nachteil dieser Behandlung ist, dass diese Prozedur einmal im Jahr wiederholt werden sollte (aber im Winter müssen wir eh immer alle Teile reparieren und pflegen....)

Die Pfosten selbst können natürlich noch mit Schnitzereien verziert werden, dem eigenen Geiste und Können sind da keinen Grenzen gesetzt.

Ich hoffe, dass ihr mit der Bauanleitung und den Zeichnungen / Maßen zurechtkommt. Wenn nicht könnt ihr mir gerne eine E-Mail schreiben oder mich anrufen. Ich werde gerne Auskunft geben.

 

Viel Spaß beim Nachbauen und vor allem beim Schlafen. Man schläft wirklich hervorragend in diesem Bett und es ist wirklich ein wenig wärmer, wenn die Vorhänge geschlossen sind !!

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Anzahl
Länge in mm Breite in mm Stärke in mm
2 Seitenteile 2400 300 18
1 Kopfteil 2000 400 18
1 Fußteil 2000 300 18
4 Eckpfosten 2000 70 70
2 Querlatten oben 2000 70 18
2 Querlatten oben 2400 70 18
2 Auflageleisten 2000 32 32

Lattenrost 3000 60 28
1 Verstärkungsleiste 2000 70 18
4 Keile (Hartholz) 100 40 40

Tabelle 1: Einkaufsliste


 


Länge in mm Breite in mm Dicke in mm Anmerkung
Seitenteile 2150 300 18
Kopfteil (je nach Matratzenbreite) 1700 400 18 bei 130 x 200 cm Matrazte
Fußteil (je nach Matratzenbreite) 1700 300 18 bei 130 x 200 cm Matrazte
Eckpfosten 2000 70 70
Querlatten vorne/hinten 1510 70 18
Querlatten seitlich 2150 70 18
Auflageleisten 1800 32 32 können auch etwas dicker/breiter sein
Lattenrost 1290 60 28 je nach Matratzenbreite
Verstärkungsleiste 2000 70 18
Keile (Hartholz) 100 40 40

Tabelle 2:Zuschnittmaße


Abbildung 1: Zeichnung